0 – 19 – 9 /Paul Auster erobert die Bestenlisten
Petra Bohm | Posted 02/08/2010 | Belletristik, Krimis, Notizen | Keine Kommentare »
Dabei ist sein neuer Roman für die, die nur auf die ersten drei Plätze schauen noch “unsichtbar”, denn seit Wochen – wenn nicht Monaten – belegen Stephenie Meyer verbi(ssen), Jussi-Adler Olsen “erbärmlich” und Tommy Jaud (hummel)dummich die vorderen Plätze der Bestenlisten. Da müssen schon sprechende Schafsdetektive kommen, um ihnen auf der Spur zu bleiben. Oder eben: Paul Auster…
Die “Zeit” beurteilt “Unsichtbar” als nur mässig fesselnd aber trotzdem lesenswert, die FAZ findet zwar nicht alles neu, ist aber begeistert, der Rezensent der Süddeutschen ist so oder so bekennender Auster-Fan und auch die Frankfurter Rundschau gibt ein positives Urteil ab. Was will man mehr? Und was ist dran an Austers Romanen, dass sie so eine treue Fangemeinde haben?
Statt simple Unterhaltung zu bieten, sind seine Plots erfindungsreich, abgründig und direkt am Puls des Lebens. Aber sie fordern auch: Er bombardiert seine Leser mit vielen kulturellen und literarischen Querverweisen, skurrilen Charakteren und verstörenden Momenten. «Auster ist jemand, der sich nicht davon abbringen lässt, dem Dunklen und Abgründigen nachzuspüren, das sich in Schönheit und Harmonie versteckt.» schreibt die Welt.
(Natürlich) spielt auch “Unsichtbar” in New York.
Der gutaussehende, Literaturstudent Adam Walker will Dichter werden. Da bietet ihm auf einer Party ein reicher Franzose namens Rudolf Born das Geld zur Gründung einer Literaturzeitschrift an. Adam hält den Vorschlag zunächst für eine Schnapsidee, aber als Born ihn ein paar Tage später zum Essen einlädt, schlägt er ein. Und dann ist da noch Borns stille, aber verführerische Freundin Margot. Schon bald sieht Adam sich verstrickt in eine eigentümliche Dreiecksgeschichte, die in einem traumatisierenden Akt der Gewalt gipfelt…
Der Roman teilt sich in vier große Abschnitte in denen das Leben von Adam aus verschiedenen Blickwinkeln geschildert wird, so dass sich dem Leser schliesslich ein komplexes Bild zeigt.
Wer also mehr will als Mainstream-Unterhaltung und Paul Auster bisher noch nicht gelesen hat, der sollte spätestens jetzt mit “Unsichtbar” einsteigen!




