Der unausweichliche Tag
Frauke Schlieckau | Posted 15/03/2011 | Belletristik | Keine Kommentare »
Rose Tremain, preisgekrönte englische Schriftstellerin, beginnt ihren neuen psychologischen Thriller „Der unausweichliche Tag“, mit etwas, das sie, die einst an der Pariser Sorbonne studierte, wahrscheinlich nur zu gut kennt: Mit der Sehnsucht nach der französischen Hauptstadt …
Es sind mehrere Schicksale, die Rose Tremain in ihrem Buch fern der Metropole Paris, in der französischen Provinz geschickt zusammen führt. Zu nennen wäre da jenes, der kleinen Mélodie, die auf einem Klassenausflug in der idyllischen Landschaft eine schreckliche Entdeckung macht. Sie ist die jüngste Figur in dem Buch, mehr als ein halbes Jahrhundert trennen sie von dem Protagonisten, der einmal der wohl berühmteste Antiquitätenhändler Londons war und der nun auf der Suche nach einem Alterssitz in Frankreich ist.
Ein Ansinnen mit dem er eine Menge Staub aufwirbelt, denn erstens ist der Lebensgefährtin seiner Schwester, bei der Anthony Verey sich einnistet, sein Besuch überhaupt nicht recht und zweitens haben die Geschwister Aramon und Audrunel für deren Gut er sich interessiert, ein böses Geheimnis zu verbergen. Ironie des Schicksals, dass es ausgerechnet die kleine Mélodie ist, die – während sie versucht ihr Heimweh nach Paris zu vergessen – bei einem unschuldigen Bad im See eine schreckliche Entdeckung macht…
Rose Tremain, die für ihren Beststeller „Der weite Weg nach Hause“ vor einigen Jahren mit dem Orange Prize for Fiction ausgezeichnet wurde, schafft es vor allem durch ihren stetigen Perspektivwechsel den Leser in die Geschichte zu ziehen, in der sich das Grauen hinter den von der Autorin mittels ihrer Worte erzeugten ästhetischen Bildern versteckt. Im Mittelpunkt des Romans steht die Frage danach, wie man, wenn das Leben sich auf einen kleinen Rest beschränkt, dieses noch mit einem Sinn versehen kann. Haben Sie eine Idee?
“Gerade einmal 300 Seiten, aber die haben es wirklich in sich das Werk einer Autorin auf der Höhe ihrer Kunst. Ein durch und durch fesselnder psychologischer Thriller, der unbedingt von Claude Chabrol verfilmt werden sollte.” (Independent on Sunday)




