Archive for the ‘Autoren’ Category

Maigrets Vater Simenon: Ein Leben wie ein Roman

Petra Bohm | September 2nd, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Autor hunderter Romane mit Milliardenauflage, rasender Reporter, Frauenheld und Weltreisender – Georges Simenon war schon zu Lebzeiten eine Legende… Der gebürtige Belgier und «Vater» von Kriminalkommissar Jules Maigret starb vor 20 Jahren (4. September 1989) im schweizerischen Lausanne…Der Schriftsteller passt bis heute in kein Schema. Obwohl er Weltruhm erlangte, blieben ihm größere literarische Auszeichnungen versagt. Er betrieb Literatur als Hochleistungssport – und verlor beim Schreiben eines Romans bis zu fünf Kilo Gewicht. Simenon, am 13. Februar 1903 in Lüttich geboren, hatte nichts gegen Legendenbildung – er betrieb sie selbst. Der Autor erzählte gerne, die Figur des wortkargen Pariser Ermittlers Maigret sei bei einer Bootsreise im September 1929 im niederländischen Delfzijl entstanden. Die Wahrheit ist etwas komplizierter: Der berühmte Kommissar sei schon zuvor in mehreren Populärromanen Simenons aufgetaucht, freilich weniger fein gezeichnet, fanden Experten heraus. Wie dem auch sei: Das unterwegs geschriebene Buch «Maigret und Pietr der Lette» ist das erste

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Ulrich Peltzer und die Sucht nach Städten

Petra Bohm | August 31st, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Tote Trabantenstädte und verlassene Dörfer sind für ihn der blanke Horror. Der Schriftsteller Ulrich Peltzer braucht Leben um sich herum… Daraus extrahiert er die Ideen für seine Romane wie «Stefan Martinez» und «Alle oder keiner». Für seine brillanten Großstadt- und Gesellschaftspanoramen hat der 52 Jahre alte Autor am Freitag in Frankfurt den ältesten deutschen Stadtschreiberpreis erhalten. Als 36. «Stadtschreiber von Bergen» löst er Friedrich Christian Delius ab. Es mag wie Ironie des Schicksals klingen, dass gerade Peltzer, der den Trubel der Großstadt braucht, ein Jahr lang im Stadtschreiberhaus wohnen und arbeiten darf. Denn der erst 1977 eingemeindete Stadtteil im Osten Frankfurts zählt zwar zu den idyllischen, aber auch den dörflichsten Teilen der Großstadt. Fachwerkhäuser und Dorfgastschänken prägen das Bild von Bergen-Enkheim. Die beiden U- Bahnen, die den Stadtteil mit der City verbinden, haben hier Endstation. Und der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird alljährlich in einem Festzelt auf dem

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Autorin der «Twilight»-Serie verklagt

Petra Bohm | August 21st, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

New York (dpa)Die US-Autorin der «Twilight»-Bestseller, Stephenie Meyers, ist wegen angeblichen Ideen-Raubs verklagt worden… Der Entertainmentdienst tmz.com berichtete, dass Meyer von einer Kollegin beschuldigt wird, sich für Band vier der Serie «Bis(s) zum Ende der Nacht» bei ihrem eigenen zuvor erschienenen Buch «The Nocturne» bedient zu haben. Meyers Buch zeige sowohl in der Sprache als auch inhaltlich «überraschende Ähnlichkeit» mit «The Nocture», behauptet Jordan Scott in ihrer Klageschrift. Der Plagiatsvorwurf von Scott bezieht sich auf die Thematik, Dialoge, Stimmung, Charaktere, das Tempo, die Folge beschriebener Ereignisse sowie andere Ideen. Die Klägerin hatte ihren Roman 2003 geschrieben, als sie gerade 15 war. Er wurde 2006 veröffentlicht. Der erste Band von Meyers Romanze über einen Vampir und seine junge Geliebte erwies sich auch als Kinoknüller. Die Dreharbeiten für die Leinwandversion von Band zwei sollen noch in diesem Jahr in Vancouver beginnen.

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Wenn Günter Grass Tintenfische «melkt»…

Petra Bohm | August 12th, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Portugal im Sommer, Atlantikküste. Günter Grass gleitet in Badehose mit Maske ins Wasser, taucht ab… …Beharrlich verfolgt er einen Tintenfisch, zupft ihn an seinen Armen, ärgert ihn, bis dieser wie auf der Flucht vor Feinden Tinte absondert. Blitzschnell saugt Grass, wie er weiter erzählt, mit einem Spezialgerät die dunkle Flüssigkeit auf und schwimmt zurück an Land. Später wird der Künstler mit der selbst «gemolkenen» Tinte zeichnen, so wie 1990 für den Band «Totes Holz» über sterbende Wälder oder 1988 Kalkutta-Blätter über seine Indien-Erfahrungen. Dass Grass seit Jahrzehnten Naturtinte aus Tintenfischen selber gewinnt ist wahr, die Unterwasserjagd samt «Melken» aber natürlich frei erfunden. «Es gab Leute, die glaubten das», lacht der für seine Fabulierlust berühmte Nobelpreisträger («Die Blechtrommel»), der diese Geschichte besonders seinen Enkeln gern erzählt und den einen oder anderen damit nasführt. Seine Bücher illustriert der inzwischen 81-jährige Autor und bildende Künstler selbst. Spielt beim Tintenmachen des Kaschuben, der in

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Geschichten von Ende mit unendlicher Faszination

Petra Bohm | August 7th, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Während derzeit wieder Harry Potter auf der Leinwand Magie versprüht und sogar Erwachsene die Vampir-Geschichten der «Twilight»-Reihe in sich aufsaugen, hat einer vieles davon schon einmal aufgeschrieben… Düstere Wälder voller unheimlicher Gestalten, unendliche Wüsten-Weiten, seltsame Gnome und Nachtalben – was sich anhört wie ein Ausschnitt aus der neuesten Blockbuster- und Bestsellerliste, hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Michael Ende hat mit seinen Fantasie-Büchern Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf der ganzen Welt fasziniert. In diesem Jahr hätte der 1995 gestorbene Schriftsteller seinen 80. Geburtstag gefeiert. Und sein Kultbuch «Die unendliche Geschichte» wird 30 Jahre alt. All das wird gebührend gefeiert: Am 22. August wird zum ersten Mal eine neue Bühnenversion der «Unendlichen Geschichte» in Garmisch- Partenkirchen gezeigt. Komponiert hat sie ein enger Freund Endes, der Musiker Wilfried Hiller. Wie viele andere ist er überzeugt, dass Ende trotz viel Fantasy-Konkurrenz bis heute nicht unmodern ist. «Michael Ende ist der absolute

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Der neue Pynchon

Petra Bohm | August 5th, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Heidenspaß vom großen Unbekannten auch für Nobeljuroren Vielleicht sind die schwedischen Nobeljuroren mal von der schnellen Truppe und lesen Thomas Pynchons neuen Roman in der Hängematte an den schönen Stockholmer Schären oder auf Gotland. Es wäre ihnen zu gönnen, weil die Lektüre des aktuell im US-Original erschienenen «Inherent Vice» («Eingebauter Defekt», Penguin Group) einfach einen Heidenspaß macht. Nach den schwer verdaulichen 1000-Seiten-Wälzern «Mason und Dixon» (englisch 1997) und «Gegen den Tag» (2006) hat der Dauerfavorit auf den berühmtesten aller Literaturpreise die Spur gewechselt: Pynchon legt einen nicht mal 400 Seiten dicken, witzigen und geradeaus erzählten Krimi mit einer fast immer überschaubaren Personengalerie aus der bekifften Welt der zu Ende gehenden Hippie-Ära vor. Der eignet sich bestens für sommerliche Hängematten. Der Leser fühlt sich zunächst wie in einer Hippie-Version von klassischen Thrillern Raymond Chandlers: Bei Pynchon heißt der melancholisch- moralische Privatdetektiv nicht Philip Marlowe, sondern Larry «Doc» Sportello, ist 29 Jahre

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Romane im Herbst

Petra Bohm | July 22nd, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Bekannte und neue Stimmen im Chor der Literaten In diesem Herbst melden sich ebenso viele bekannte wie auch neue Stimmen im Chor deutschsprachiger Autoren zu Wort. So unterschiedlich wie die Schriftsteller selbst sind auch ihre Themen: Von Generationskonflikten über Liebesgeschichten bis hin zum Leben im Alter reicht die Bandbreite ihrer Geschichten. Auch der internationale Buchmarkt bietet in der zweiten Jahreshälfte eine Menge neue Namen und neue Themen. Altmeister Siegfried Lenz legt nach seinem großen Erfolg «Schweigeminute» gleich ein neues Werk nach: In «Landesbühne» erzählt er mit feinem Humor, wie eine Gruppe sympathischer Strafgefangener den Bus eines Theaters entführt und in die Rolle von Schauspielern schlüpft.Siegfried Lenz: Landesbühne, Hoffmann und Campe, 224 S., ISBN 978-3-4550-4282-5 Der neue Roman des 83-jährigen Dieter Wellershoff – «Der Himmel ist kein Ort» – beginnt wie ein Krimi und entwickelt sich zu einem Gesellschaftsdrama. Im Mittelpunkt steht ein junger Dorfpfarrer, dessen bisherige Überzeugungen von einer sinnstiftenden

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Den neuen Mankell jetzt vorbestellen

Petra Bohm | July 14th, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

…und zu den ersten deutschen Lesern gehören! In Schweden schon 1982 erschienen und nun endlich ins Deutsche übersetzt: “Daisy Sisters”, das “neue” Buch von Henning Mankell erscheint am 27. Juli und zeitgleich auch als gekürzte Lesung im hoerverlag auf CD. Es ist kein Krimi, kein Afrika-Roman – am ehesten trifft vielleicht die Bezeichnung “Frauenroman” das Genre dieses unbedingten “Muss” für alle Fans des schwedischen Bestsellerautors. Ein bewegender Generationenroman über drei Frauen, die aus ihrem engen sozialen Milieu und ihrer vorgezeichneten Rolle ausbrechen wollen. Henning Mankell, wurde 1948 im schwedischen Härjedalen (bei Stockholm) geboren. Schon im Alter von 17 Jahren ging er an das Riks Theater und arbeitete bereits ab 1968 als Regisseur und Autor. Mit einer Reise nach Afrika erfüllte er sich 1972 einen Kindheitswunsch. Die Faszination für dieses Land ließ Henning Mankell auch in seiner schwedischen Heimat nicht mehr los. Seit 1990 widmete er sich den Fällen des Kommissar

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Ein liebender Mann

Petra Bohm | July 9th, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Martin Walsers Roman über Goethes letzte Liebe Der 73jährige Goethe – Witwer und so berühmt, dass sein Diener Stadelmann heimlich Haare von ihm verkauft – liebt die 19jährige Ulrike von Levetzow. 1823 in Marienbad werden Blicke getauscht, Worte gewechselt, die beiden küssen einander auf die Goethesche Art. Er sagt nämlich: Beim Küssen kommt es nicht auf die Münder, die Lippen an, sondern auf die Seelen. «Das war sein Zustand: Ulrike oder nichts.»Wie jäh ist da die Enttäuschung, als er begreifen muss, dass er wegen seines Alters kaum Aussichten hat: Auf einem Kostümball stürzt er, und bei einem Tanztee will sie ein Jüngerer verführen. Der Heiratsantrag, den er ihr trotzdem macht, erreicht sie erst, als ihre Mutter mit ihr nach Karlsbad weiterreisen will. Goethe schreibt die «Marienbader Elegie». Zurück in Weimar, lässt ihn die eifersüchtige Schwiegertochter Ottilie nicht mehr aus den Augen.Martin Walsers Roman erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe: bewegend,

Titel: Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks: Die Ärzte entnahmen ihr Zellproben, ohne sie zu fragen. Diese Zellen starben nie. Sie setzten eine ... erfuhren ihre Kinder von den HeLa-Zellen.

Autor: Rebecca Skloot

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Enthüllungen im Mittelformat

Petra Bohm | July 4th, 2009 | Autoren | Keine Kommentare »

Marla Saris vermischt Realität und skurrile Träume auf raffinierte Weise… Wir können nicht alle Neuerscheinungen sofort unter die Lupe nehmen. Manchmal entdecken wir einen Autor oder ein tolles Buch erst bei einer Lesung oder durch Hinweise von unseren Leserinnen und Lesern. So ging es uns auch mit dem Debüt-Roman von Marla Saris “Enthüllungen im Mittelformat”. Dabei ist für Spannung von der ersten bis zur letzten Seite – und zwar für Frauen und Männer gleichermaßen – gesorgt:Jörg Zadek, der nach einem Verkehrsunfall und einem längeren Krankenhausaufenthalt endlich wieder nach Hause kommt, fühlt sich plötzlich wie ein Fremdkörper in den eigenen Vier Wänden. Hat er sich verändert oder sind es die Menschen um ihn herum, allen voran seine Frau Franziska? “… ich musste erkennen, dass wir im Grunde immer noch zwei Fremde füreinander waren. Uns verband das Verlangen nach beruflicher und sexueller Erfüllung. Wir teilten den gleichen Geschmack, zumindest in den meisten

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